Kaiserliche Stoa

Marc Aurel und seine Philosophie
Wer an die römischen Kaiser denkt, mag dekadente Tyrannen vor Augen haben, die ihr Leben mehr den persönlichen Vergnügungen als der Verwaltung eines Weltreiches widmeten. Marc Aurel jedoch stellt eine Ausnahme dar: Römische Chronisten wie auch moderne Historiker bewerten seine Herrschaft als positiv und bezeichnen ihn gar als den wohl geeignetsten und erfolgreichsten römischen Kaiser, der sich gewissenhaft seinen Pflichten widmete. Zeugnis dieses Pflichtbewusstseins sind seine berühmten „Selbstbetrachtungen“, ein philosophisches Tagebuch, das in einzigartiger Weise Einblicke in die Gedankenwelt eines der mächtigsten Männer seiner Zeit gibt – auch gut 1800 Jahre nach seinem Tod. Prominente Leser, die selbst Regierungsverantwortung trugen, waren unter anderem Friedrich II. von Preußen und Helmut Schmidt.
Marc Aurel war Anhänger der Philosophenschule der Stoa, die neben den Skeptikern und den Epikureern die dritte große Denkschule der Antike darstellt. Zum Selbstverständnis der antiken Philosophie gehörte es, konkrete Praktiken zur guten Lebensführung an die Hand zu geben. Die Selbstbetrachtungen belegen, dass auch Marc Aurel sich dieser alltäglichen Hilfestellungen bediente.
Dieser lebenspraktischen Ausrichtung ist es wohl zu verdanken, dass die Stoa bis heute immer wieder neu entdeckt und auf ihre Aktualität hingewiesen wird. Eine „stoische Haltung“ oder „stoische Ruhe“ gelten gemeinhin als positive Eigenschaften. Was und wie können wir also von Marc Aurel und den Stoikern lernen?
Zum Kennenlernen und der Auseinandersetzung mit dieser alten Denkschule und ihrem wohl prominentesten Vertreter laden wir Sie herzlich nach Bensberg ein!
Text: TMA, Bild: © Allie_Caulfield, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons